Thursday, 8 August 2013

Joachim Löw: "Wir sind im Landeanflug auf Brasilien", 08.08.2013

Das bevorstehende Paraguay-Spiel, die anstehende Trainingsarbeit und fehlende Stammspieler: Bundestrainer Joachim Löw sprach eine Woche vor dem Saisonauftakt gegen die Südamerikaner über drängende Themen.

Löw über das Länderspiel gegen Paraguay

Die WM steht vor der Tür. Die letzte Etappe beginnt. Wir gehen mit großer Hoffnung und Vorfreude in die Saison. Für mich ist Paraguay keine Aufwärmübung. Aber mit diesem Spiel beginnt gewissermaßen das Vorglühen auf die WM in Südamerika. Wir sind Erster unserer WM-Qualifikationsgruppe und damit im Landeanflug auf Brasilien. Wir wollen die Gruppe ohne Niederlage überstehen. Am Mittwoch in Kaiserslautern wollen wir uns für die bevorstehenden Aufgaben in der Qualifikation einspielen.

…über die Arbeit mit der Mannschaft

Wir müssen versuchen, unsere Automatismen weiter zu schärfen. Wir hatten nicht in jedem Spiel defensiv die richtige Stabilität. Das ist sicher keine exklusive Aufgabe für die Verteidiger. An der Defensivarbeit müssen sich auch die Angreifer und offensiven Mittelfeldspieler aggressiv beteiligen, denn wir müssen den Gegner schon im Spielaufbau stören und stoppen. Das Verhalten im Ballbesitz, die Raumaufteilung und das schnelle Passspiel - das alles gehört zu unseren großen Stärken. Wenn wir diese Qualitäten im Spiel in die Waagschale werfen, sind wir schwer zu schlagen.

…über das Fehlen von Bastian Schweinsteiger im Paraguay-Aufgebot

Wir haben uns am Mittwoch in München mit Pep Guardiola getroffen und dabei auch über Bastian Schweinsteiger gesprochen. Bastian ist nach seiner Verletzung erst vor zwei Wochen wieder ins Training der Bayern eingestiegen. Jetzt soll er in München bleiben und dort unter der Woche die eine oder andere Einheit mehr mitmachen. Bastian Schweinsteiger wird uns dann bei den Qualifikationsspielen im September im Vollbesitz seiner Kräfte wieder zur Verfügung stehen.

…über das Fehlen von Toni Kroos

Tonis Frau ist hochschwanger, er will bei ihr sein, das respektiere ich absolut. Er wird deshalb beim Spiel gegen Paraguay nicht dabei sein.

…über die WM 2014 in Brasilien

Wir waren während des Confed Cups in Brasilien und konnten in dieser Woche wahnsinnig viele Eindrücke sammeln. Wir können nicht davon ausgehen, dass wir unsere Ideen und Vorstellungen alle umsetzen werden. Eine WM in Brasilien heißt auch Anpassung. Es wird darauf ankommen, dass wir uns in der Situation zurechtfinden, wenn ich etwa an die klimatischen Bedingungen und die Reisestrapazen denke, die wir vor Ort erlebt haben. Brasilien hat sich mit seinen vielen Individualisten als Mannschaft gefunden. Trotz der äußeren Bedingungen waren die Spiele auf hohem Niveau, das Tempo war beachtlich. Eine Entscheidung, wo wir unser WM-Quartier aufschlagen werden, ist noch nicht gefallen. Ich gehe davon aus, dass wir noch einmal vor Ort Trainingsmöglichkeiten und Hotels inspizieren werden. Wir haben eine sehr junge und gleichzeitig sehr turniererfahrene Mannschaft. Wir blicken der WM sehr positiv entgegen und gehen als Mitfavorit in das Turnier. Aber andere Mannschaften haben eine vergleichbare Qualität.

…über die laufende Doping-Debatte

Unsere Nationalspieler werden immer wieder unangemeldet getestet. Oft werden sie um sechs Uhr oder um halb sieben Uhr aus den Betten gescheucht. Ich bin für diese Konsequenz bei den Dopingtests. Dafür stehen wir beim DFB, und dafür stehe ich auch als Trainer, denn wir alle wollen einen fairen und sauberen Fußball.

…über die Möglichkeit, dass Hansi Flick neuer DFB-Sportdirektor wird

Hansi Flick hat absolut diese Qualität. Wir warten jetzt erst mal die Qualifikation ab und nehmen dann die Gespräche wieder auf. Gleichzeitig möchte ich ihn aber auch bis zur WM 2014 in meinem Team behalten. Wenn er sich aber für die Aufgabe als Sportdirektor entscheiden sollte, würde ich ihm keine Steine in den Weg legen. Es ist undenkbar, beide Aufgaben - als Assistenztrainer und Sportdirektor - auszufüllen, denn beide Ämter brauchen die hundertprozentige Aufmerksamkeit.

…über seine eigene Vertragsverlängerung

Wir setzen uns zusammen, wenn wir uns qualifiziert haben. Ich bin seit neun Jahren beim DFB, und es herrscht ein großes Vertrauen, gerade zu Präsident Wolfgang Niersbach. Ginge ich ohne Vertrag ins WM-Turnier, würde das auch kein Störfeuer für die WM bedeuten. Das hat uns 2010 nicht gestört - die Spieler nicht und mich auch nicht.

…über die U 21, die am Dienstag gegen Frankreich spielt

Die U 21-Nationalmannschaft ist ein wichtiger Unterbau für unsere A-Mannschaft. Für die Europameister von 2009 bedeutete der damalige U 21-Titelgewinn einen unglaublichen Sprung in ihrer Entwicklung. Es gibt aber auch Spieler in unserem Team, die zwar heute noch für die U 21 spielen könnten, die aber inzwischen fest zur A-Mannschaft gehören, wie Mario Götze und Ilkay Gündogan. Beide Spieler sind wichtige Bausteine für die WM 2014, aber auch für die kommenden Jahre, und werden deshalb bei der A-Mannschaft bleiben.

8 August 2013
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Joachim Löw: "Bayern und Dortmund sind auf Augenhöhe", 07.08.2013

Das Länderspiel am Mittwoch (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) in Kaiserslautern gegen Paraguay, der Start der Bundesliga, deutsche Nationalspieler im Ausland: Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) äußert sich Bundestrainer Joachim Löw kurz vor dem Saisonstart zu aktuellen Themen des Fußballs.

Frage: Herr Löw, Sie waren am Dienstag Gast der Bundesliga-Jubiläumsgala in Berlin. Was ist persönlich Ihre schönste Erinnerung an 50 Jahre Bundesliga?

Joachim Löw: Mein schönstes Erlebnis war, als ich selbst das erste Mal bei einem Bundesligaspiel mit dem VfB Stuttgart auf dem Platz stand. Ich bin damals zur Saison 1979/1980 zum VfB gewechselt und habe mir vor der Saison das Bein gebrochen - ich musste also sehr lange warten. Aber als ich dann das erste Mal den Rasen betreten habe, da war das etwas ganz, ganz Besonderes für mich als junger Spieler.

Frage: Wir haben vor wenigen Wochen ein deutsches Champions-League-Finale gesehen, die Bundesliga ist obenauf. Wie sehen Sie den Stellenwert der Liga innerhalb Europas?

Löw: Der Stellenwert ist sehr hoch. Wir werden allseits gelobt für Infrastruktur, tolle Stadien, tolle Atmosphäre, viele Zuschauer, Begeisterung und Spielfreude. Gerade in der letzten Saison hat die Bundesliga auch sportlich überzeugt. Dass wir zwei deutsche Teams im Champions-League-Endspiel hatten, wird nun von der ganzen Welt anerkannt. Von daher steht die Bundesliga vor ihrer 51. Saison ganz hervorragend da.

Frage: Aus dieser starken Bundesliga sind im Sommer die Nationalspieler Mario Gomez und André Schürrle ins Ausland gewechselt. Ist auch das Ausdruck der momentanen Stärke und der Anerkennung?

Löw: Ich erinnere mich noch an Phasen als Bundestrainer, da waren nur ein oder zwei unserer Nationalspieler im Ausland aktiv. Und vor 2010 standen deutsche Spieler bei den Topvereinen eigentlich gar nicht mehr auf dem Wunschzettel. Das änderte sich wieder mit der WM 2010, als mit Mesut Özil, Sami Khedira oder auch Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer einige Spieler wieder in den Mittelpunkt gerückt sind. Mittlerweile spielen wieder mehr im Ausland, und man sieht natürlich auch, dass Vereine aus Madrid oder London sich immer wieder für deutsche Spieler interessieren. Das spricht für eine gute Bundesliga und natürlich auch eine sehr gute Ausbildung in Deutschland.

Frage: Die Bundesligatrainer rechnen am Saisonende in der Mehrheit mit dem FC Bayern München als Deutschem Meister. Wie sehen Sie die Situation?

Löw: Ganz oben sehe ich aktuell nur die Bayern und Borussia Dortmund nahezu auf Augenhöhe, falls sie keine Verletzungssorgen haben. Dortmund ist mit den ersten elf oder zwölf Spielern fast ebenbürtig - das hat man ja auch zuletzt im Supercup gesehen, als München verloren hat. Die Bayern jedoch sind in der Breite stärker besetzt und können über eine ganze Saison auch mal drei oder vier Spieler einfach ersetzen. Beide Mannschaften sind ohne Zweifel extrem stark. Bei allem Respekt für Teams wie Leverkusen oder Schalke sehe ich für Bayern und Dortmund keine ernsthaften Konkurrenten, wenn es um den Titel geht. Sie werden das unter sich ausmachen, denn qualitativ kommt da keine andere Mannschaft ran.

Frage: Im Sommer gab es einige Diskussionen, dass die deutsche U 21-Nationalmannschaft bei der EM in Israel nicht mit der bestmöglichen Mannschaft angetreten ist. Wird sich diese Situation in den nächsten Jahren verändern?

Löw: Das muss man immer situativ entscheiden, und es hängt letztlich auch von den Belangen der A-Mannschaft ab. Wir hatten ja schon im letzten Jahr gesagt, dass wir 2013 eine Amerikareise machen - und der Zeitpunkt war für uns absolut passend. Und es gibt eben Spieler, die sich in der A-Mannschaft etabliert haben. Ilkay Gündogan zum Beispiel, er ist ganz klar A-Nationalspieler. Genauso wie Mario Götze. Sie sind in der Qualifikation gesetzt und spielen natürlich auch eine Rolle in den Überlegungen in Richtung wichtiger Turniere.

Frage: Sie nominieren am Donnerstag das Aufgebot fürs Länderspiel gegen Paraguay. Wird es Überraschungen geben?

Löw: Nein, wahrscheinlich nicht. Einige waren zuletzt bei der Amerikareise nicht dabei, einige werden zurückkehren.

7 August 2013
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Tuesday, 30 July 2013

Löw: "Eine Lehre für alle Zeiten", 17.10.2013

An interview from 17 October 2012

Im Anschluss an das spektakuläre 4:4 im vierten WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden im Olympiastadion Berlin versuchte sich Bundestrainer Joachim Löw in einer ersten Analyse des Geschehenen. DFB.de hat das Pressegespräch aufgezeichnet.

Frage: Joachim Löw, können Sie schon begreifen, was sich beim 4:4 gegen Schweden abgespielt hat?

Joachim Löw: Einen 4:0-Vorsprung aus der Hand zu geben, ist normalerweise nicht möglich. Das ist schwer einzuordnen. Wir haben die große Chance verpasst, in dieser Gruppe eine kleine Vorentscheidung herbeizuführen. Wir haben 60 Minuten überragend gespielt, was die Kombinationen, den Abschluss, die Ordnung, die Disziplin betraf. Die Schweden waren nicht vorhanden, ein Ibrahimovic, ein Elmander nicht zu sehen. In den letzten 30 Minuten haben wir dann unheimlich viel falsch gemacht.

Frage: Können Sie das konkretisieren?

Löw: Wir hatten eine große Unruhe in unserem Spiel, keine Ordnung, nicht mehr die Sicherheit am Ball. Symptomatisch war für mich ein Freistoß zwei Minuten vor Schluss in des Gegners Hälfte. Da spielen wir zwei Pässe und der Ball ist beim Torwart, anstatt dass wir zur Eckfahne laufen. Da ist vieles schief gelaufen, wir haben das Spiel nicht mehr in den Griff bekommen. Woran das lag, muss ich erst mal analysieren, um mich konkret zu äußern. 60 Minuten waren großartig, die letzten 30 Minuten unglaublich schwach. Dass wir uns so aus dem Rhythmus bringen lassen, habe ich nicht erwartet.

Frage: Wie war die Stimmung in der Kabine?

Löw: In der Kabine herrschte Totenstille. Alle lagen auf den Bänken und waren total sprachlos.

Frage: Haben Sie so etwas Ähnliches schon einmal erlebt?

Löw: Wir alle haben so eine Situation noch nicht erlebt. Es war ein ganz, ganz außergewöhnliches Spiel. Wir können daraus aber wahnsinnig viel lernen. Wir müssen daraus lernen, dass man so ein Spiel konsequent zu Ende bringt. Wenn wir konzentriert sind, spielen wir auf einem unglaublich hohen Niveau. Wenn wir nachlassen, dann passieren eben auch solche Dinge. Das soll uns eine Lehre sein, für alle Zeiten, dass man solche Dinge eben mit aller Konsequenz zu Ende bringt.

Frage: Haben sich Ihre Spieler vielleicht zu sicher gefühlt?

Löw: Wahrscheinlich begann das Problem irgendwo im Kopf.

Frage: Glauben Sie, dass die Aufarbeitung noch lange dauern wird?

Löw: Wir sind jetzt wahnsinnig enttäuscht, aber auch das wird uns nicht aus der Bahn werfen. Ich denke nicht, dass da was hängenbleibt. Die Mannschaft ist mit anderen Situationen, mit den Diskussionen im Vorfeld professionell umgegangen und hat sich nicht beeindrucken lassen. Natürlich muss man das analysieren und darüber sprechen. Aber ich denke, dass das ein Lernspiel war und wir die Lehren daraus ziehen und das in Zukunft besser machen.

Frage: Wie haben Sie die Gegentore gesehen?

Löw: Es war nicht die Schuld von einzelnen Spielern, man kann das auch nicht an individuellen Fehlern festmachen. Im gesamten Kollektiv ist nicht mehr so konsequent gearbeitet worden. Wir haben im Mittelfeld und vorne die Bälle verloren, wir haben nicht mehr die Ordnung herstellen können. Und die Defensive hängt immer an der gesamten Mannschaft. Es ist nicht mehr mit dieser Konsequenz nachgegangen worden.

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Monday, 29 July 2013

Joachim Löw: "Daraus lerne auch ich", 22.10.2012

Joachim Löw hat sich mit ein paar Tagen Abstand und nach auskurierter Grippe zum 4:4 in der WM-Qualifikation gegen Schweden geäußert. Im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) nimmt der Bundestrainer zur Debatte um die Führungsspieler, zu eigenen Fehlern und zu seiner Motivation Stellung.

Frage: Joachim Löw, können Sie die Sorgen und Zweifel nach dem 4:4 gegen Schweden mit einigem Abstand nachempfinden?

Joachim Löw: Diese Debatten kann ich natürlich nachempfinden. Auch bei uns saß der Stachel tief. Wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass wir nach so einem grandiosen Spiel einen 4:0-Vorsprung noch aus der Hand geben. Wir waren alle fassungslos.

Frage: Haben Sie die Enttäuschung schon einigermaßen verarbeitet?

Löw: Der Stachel sitzt jetzt nicht mehr so tief, weil wir natürlich darüber gesprochen haben und Lösungen finden müssen. Die Erkenntnis ist: Dieses unglaubliche Offensivpotenzial führt fast zwangsläufig auch zu Schwächen. Und diese Schwächen sind nicht erst jetzt, sondern schon im gesamten Jahr in Erscheinung getreten.

Frage: Sie haben nach dem EM-Aus von kleineren Korrekturen gesprochen, die nötig seien. Sehen Sie inzwischen Bedarf für größere Veränderungen?

Löw: Die aktuelle Situation hilft uns, die Weichen jetzt nochmals richtig zu stellen. Insofern hat es vielleicht auch etwas Positives. Das ist mir lieber, als wenn wir im Herbst 2013 feststellen müssen, dass wir in so eine negative Situation rutschen.

Frage: Was kann die Mannschaft aus so einem Spiel wie in Berlin mitnehmen?

Löw: Grundsätzlich wird die Mannschaft an so einer Situation auch wachsen. Lektionen, die auf dem Platz so eindringlich sind, daraus kann man auch wachsen. Das wird uns jetzt nicht mehr so passieren, da bin ich mir sicher. Bei der EM war es festzustellen, dass wir bis auf das Italien-Spiel eine gute Balance hatten. Gegen Österreich haben wir schon defensive Schwächen gehabt und mit Glück gewonnen. In diesem Maße wie in den letzten 30 Minuten gegen Schweden sind sie noch nicht zutage getreten.

Frage: Sehen Sie einen Rückschritt in der Entwicklung?

Löw: In einer Entwicklungsphase gibt es immer mal Rückschläge. Absolut. Wir haben ein unglaubliches Kreativ- und Offensivpotenzial wie vielleicht seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf der einen Seite sollten wir darüber glücklich sein und es als große Chance begreifen, dass wir unsere gesamte Philosophie nach diesen Spielern ausrichten können. Aber diese Gegentore und Defensivschwächen kann auch ich nicht akzeptieren - und will ich auch nicht akzeptieren.

Frage: Was werden Sie ändern?

Löw: In den vergangenen beiden Jahre haben wir große Schritte gemacht im fußballerischen Bereich. Es hat zwar nicht zur Perfektion und zu einem Titel gereicht, aber man hat gesehen, dass wir fußballerisch mit den Besten mithalten können. Das halte ich schon für sehr positiv. Wichtig wird sein, dass wir an unserem Defensivverhalten weiter arbeiten.

Frage: Hat sich Ihr Vertrauen in die Spieler verändert?

Löw: Ich stehe zu dieser Generation mit all den Stärken und Schwächen, die wir im Moment haben. Das Potenzial ist hervorragend. Wie wir 60 Minuten gegen Schweden gespielt haben, das hat mich schon sehr zufrieden gestellt. Aber wir müssen natürlich auch an den Schwächen arbeiten, keine Frage. Es gab verletzungsbedingte Ausfälle von Spielern, die uns in so einem Spiel sicher gut getan hätten. Sami Khedira war verletzt, Mats Hummels, die beiden Benders. Es kommen junge Spieler nach, die gut sind, die sich gut entwickeln. Aber personell gesehen, haben wir alle Möglichkeiten und können uns das auch für die Zukunft ein Stück weit offen lassen.

Frage: Wie stellen Sie sich Veränderungen vor?

Löw: Da erwarte ich - da muss ich mir auch an die eigene Nase fassen -, dass wir an Lösungen arbeiten, dass wir nicht mehr in solche Situationen kommen. Vielleicht müssen wir einen Automatismus entwickeln: Was ist zu tun, wenn wir ein Spiel dominieren und dann einen Anschlusstreffer kassieren? Da haben wir in den letzten Spielen in der Tat gewisse Schwächen gezeigt. Wir haben den Gegner das eine oder andere Mal völlig unnötig wieder ins Spiel gebracht, obwohl wir so dominant waren.

Frage: Wie können solche Automatismen aussehen?

Löw: Wenn das Spiel zu kippen droht, dann müssen wir von außen, aber auch von innen Schlüsselpunkte hart einfordern: hinter den Ball, Grundordnung nicht verlassen, einzelne Aktionen wieder gewinnen, die Zweikämpfe wieder gewinnen - und das zum richtigen Zeitpunkt. Das müssen wir lernen.

Frage: Was hat im Rückblick gegen Schweden nicht funktioniert?

Löw: Unser Spiel ist aus den Fugen geraten, weil wir nur noch lange Bälle gespielt haben. Wir haben zum Torhüter zurückgespielt, wir hatten keine Ballsicherheit mehr. So hat es begonnen. Unsere Spieler haben sich im Gefühl des sicheren Sieges so eine zugespitzte Situation nicht mehr vorstellen können. Wir haben auch nicht geglaubt, dass sich Schweden noch in diesem Maße wehrt. Und dann haben wir zu untauglichen Mitteln gegriffen, um das Ruder noch herumzureißen. Wenn man aus so einer Euphorie kommt und eine sportliche Katastrophe verhindern will, dann muss man auch mal die einfachen Dinge wieder tun, die uns stark machen.

Frage: Auch an Sie gab es den Vorwurf, nicht reagiert zu haben. Können Sie das nachvollziehen?

Löw: Natürlich, absolut. Ich konnte auch nicht glauben, dass das Spiel kippt. Ich hätte in der Schlussphase mit einer Auswechslung ein Signal an die Mannschaft senden und noch etwas stoppen können. So etwas habe ich in 20 Jahren auch noch nicht erlebt. Daraus lerne auch ich. Mein Plan war zuerst, ballsichere Spieler zu bringen, um wieder die richtige spielerische Qualität zu haben und für Entlastung zu sorgen. Ich wollte die Schweden vom eigenen Tor weghalten. Aber das ist nicht aufgegangen. Also wäre es besser gewesen, den einen oder anderen Spieler für die Defensive einzuwechseln, der die Räume zumachen kann. Das ist natürlich auch der Vorwurf an mich.

Frage: Wie sehen Sie die Diskussionen um Ihre Führungsspieler?

Löw: Wir haben genügend Spieler, die eine Dominanz ausstrahlen. Das hat man in der Vergangenheit gesehen, das hat man auch jetzt wieder gesehen, in Irland und 60 Minuten gegen Schweden. Wir haben Spieler, die im Zweifelsfall auch gut dagegenhalten können. In der Situation haben sie das weniger umgesetzt. Das war mir schon bewusst. Daran gilt es, mit diesen Spielern auch zu arbeiten - dass wir genau dann, wenn die spielerische Ausrichtung nicht mehr so stimmt, auch ein positives, aggressives, dominantes Auftreten unter Druck zeigen. Man darf sich dann nicht so zurückziehen. Wir hätten diesem Druck standhalten können. Wir alle. Das war in diesen 30 Minuten nicht der Fall.

Frage: Nervt Sie diese Diskussion?

Löw: Diese Debatte über Führungsspieler und flache Hierarchien gibt es ja jetzt schon länger. Wenn man definiert, was einen Führungsspieler auszeichnet, dann wird man sehen, dass wir gute Führungsspieler haben. Da gehört ein großes Können und eine Akzeptanz bei den Mitspielern dazu. Das haben unsere Führungsspieler. Wenn man meint, dass uns derjenige fehlt, der dazwischenhaut, auf Freund und Feind einschlägt, um etwas zu bewegen - den haben wir nicht. Darüber bin ich aber auch nicht böse, weil solche Spielertypen auch mal viel kaputt machen können. Da ist dann der Schaden größer. Aber klar, wir müssen daran arbeiten, dass wir uns in bestimmten Situationen genau so verhalten wie in den ersten 60 Minuten. Aber ich vertraue diesen Spielern auch, weil sie dieses Können haben und auch die Akzeptanz bei den Mitspielern.

Frage: Werden Sie Ihren Führungsstil ändern?

Löw: Wir haben unsere Forderungen und Erwartungen immer deutlich genannt. Die Spieler wissen, was wir Trainer erwarten. Ich denke, den Weg kann man klar erkennen, sonst kann man auch nicht gegen Irland 90 und gegen Schweden 60 Minuten diesen Fußball spielen. Unser Umgang mit den Spielern ist von Respekt geprägt. Ich halte nichts von einem Ton wie auf dem Kasernenhof. Das entspricht auch nicht meiner Persönlichkeit. Ich will die Spieler mit einbeziehen. Wir setzen auf Kommunikation, natürlich geben aber wir die Richtung vor. Das haben wir die letzten Jahre auch kompromisslos gemacht, wenn es um die sportlichen Dinge ging. Daher bin ich von unserem Weg weiterhin überzeugt, den wir weiter gehen werden, ohne blind für Verbesserungen zu sein. Festzuhalten bleibt: Diese Mannschaft hat sich trotz allem hervorragend entwickelt.

Frage: Wie ist es um Ihre Kraft und Motivation bestellt?

Löw: Was die Kraft betrifft, ist es so, dass sich ein Trainer nach einem Turnier mit der Enttäuschung aus einer Niederlage und einer emotionalen Vollbelastung von zwei Monaten natürlich immer fragt: Was gibt es an neuen Impulsen, an neuen Ideen? Das ist eine unglaublich spannende Aufgabe mit diesen hervorragenden Spielern mit charakterlicher Klasse. Deswegen freue ich mich wahnsinnig, dass ich mit solchen Spielern arbeiten kann.

Frage: Nationalteammanager Oliver Bierhoff hat gemeint, dass sich auch die Teamführung hinterfragen müsse.

Löw: Das machen wir ja ständig. Unseren Entscheidungen gehen immer intensive Diskussionen voraus. Das hat nichts mit einem schlechten Spiel zu tun. Wir hinterfragen uns ständig, nach jedem Spiel. Wir machen Workshops, in denen wir ganz kontrovers diskutieren und uns hinterfragen. Mit manchen Dingen, die so dargestellt werden, bin ich nicht immer einverstanden. Dann heißt es: Ist der Bundestrainer beratungsresistent oder kann er keine Fehler zugeben? Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meinen Fehlern stehe oder zu einer nicht aufgegangenen Strategie.

Frage: Wie gehen Sie mit den vielen Ratschlägen von außen um?

Löw: Selbst wenn die Vorschläge in eine völlig andere Richtung gehen, dann setzen wir uns auch damit intern auseinander und besprechen diese Ratschläge in unserem Trainerteam. Wir gehen nicht über alles hinweg. Ich finde es gut, wenn man es mir persönlich sagt und nicht über die Medien, aber selbst dann setzen wir uns mit manchen Dingen auseinander, greifen sie auf und prüfen sie selbstkritisch. Natürlich sind wir nicht frei Selbstkritik. Ist dieser Weg richtig? Was und wo können wir noch verbessern? Wir alle sind nicht fehlerfrei. Das wissen die Spieler, das wissen die Trainer. Ich persönlich bin immer gesprächsbereit.

Frage: Am 14. November steigt in Amsterdam das Länderspiel gegen die Niederlande. Wie sehen Sie den Stellenwert?

Löw: Erst mal ist es wichtig, dass die Mannschaft - auch mit den Spielern, die verletzt waren - zum Abschluss des Jahres zusammenkommt und man über das abgelaufene Jahr und das kommende spricht. Man muss natürlich auch noch einmal das 4:4 analysieren. Es muss auch das Bestreben sein, in diesem Prestigeduell ein gutes Spiel zu absolvieren, so wie es gegen Irland und 60 Minuten gegen Schweden war.

22 October 2012
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Bundestrainer Löw: "Unglaubliche Willenskraft", 09.10.2010

Nach dem souveränen 3:0 (1:0) gegen die Türkei in Berlin und dem dritten Erfolg im dritten Spiel der EM-Qualifikation zeigt sich Bundestrainer Joachim Löw zufrieden mit der Leistung seines Teams. Vor allem die "Willenskraft" der Spieler, die Partie unbedingt für sich zu entscheiden, hat dem 50-Jährigen imponiert. Im Interview spricht Löw zudem über den starken Bayern-Block und Torschütze Mesut Özil.

Frage: "Joachim Löw, die deutsche Nationalmannschaft hat den härtesten Konkurrenten Türkei mit 3:0 besiegt. Wie bewerten Sie das Spiel und das Ergebnis?"

Joachim Löw: "Die Situation war nicht einfach. Die türkischen Fans waren klar in der Überzahl, es war fast ein Auswärtsspiel für uns und deshalb auch eine besondere Drucksituation. Aber wir haben verdient gewonnen, auch wenn wir kurz nach der Pause zwei-, dreimal etwas Glück hatten. Da haben wir uns nicht gut befreit. Aber ich bin absolut zufrieden mit dem Spiel und dem Ergebnis."

Frage: "Was hat Ihre Mannschaft ausgezeichnet?"

Löw: "Sie hat eine top Laufleistung, einen tollen Einsatz und eine unglaubliche Willenskraft gezeigt. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment aussprechen, dass sie nach den Anstrengungen bei der WM punktuell so eine Topform gezeigt hat."

Frage: "Viele Spieler, insbesondere die Bayern, hatten zuletzt in den Vereinen erhebliche Probleme. Wie ist dieser Umschwung im Nationaltrikot zu erklären?"

Löw: "Die Bayern-Spieler wie Lahm, Müller, Badstuber oder auch Klose haben bei der WM eine unglaubliche Energieleistung vollbracht. Sie hatten danach nur drei Wochen Vorbereitung. Da kann man nicht erwarten, dass sie permanent in Hochform sind. Sie sind aber erfolgsbesessen und zielorientiert und können auf den Punkt alles abrufen. Das hat bei ihnen auch in der Champions League geklappt. In der Bundesliga müssen sie es natürlich noch schaffen, bessere Leistungen zu bringen."

Frage: "Mesut Özil stand stark unter Druck, er wurde bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Wie zufrieden waren Sie mit seiner Leistung?"

Löw: "Er hat schon bei der WM gezeigt, dass er sich von außergewöhnlichen Situationen nicht beeindrucken lässt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er mehr angespannt war als sonst auch. Er wurde in der zweiten Hälfte wie auch Toni Kroos immer präsenter und hat sich immer besser bewegt. Beide haben sowohl defensiv als auch offensiv viel getan. Das Tor hat Mesut toll gemacht, das freut mich für ihn."

Frage: "Mit Heiko Westermann und Lukas Podolski auf der linken Seite dürften Sie allerdings nicht so zufrieden gewesen sein."

Löw: "Ich habe natürlich gesehen, dass es vor allem nach der Halbzeit dort den einen oder anderen Stellungsfehler gab und der ein oder andere Ball verloren wurde. Lukas ist nicht wie gewohnt ins Spiel gekommen, aber sein Laufpensum war enorm."

9 October 2010
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Sunday, 28 July 2013

Löw: "Die Gastfreundschaft war überwältigend", 07.10.2010

Am Freitag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) in Berlin will Joachim Löw mit der deutschen nationalmannschaft die Türkei im EM-Qualifikationsspiel besiegen. Das ändert nichts daran, dass der Bundestrainer jenem Land, in dem er vor zwölf Jahren eine Saison als Gastarbeiter verbrachte, immer noch herzlich zugetan ist. Für DFB.de schreibt Löw seine Erinnerungen auf.

"Das Länderspiel gegen die Türkei ist für mich indirekt auch eine Begegnung mit meiner Vergan­gen­heit. Denn in der Saison 1998/1999 habe ich dort ein unvergessliches Jahr erlebt, als ich bei Fenerbahçe unter Vertrag stand. Noch ein Jahrzehnt danach denke ich sehr, sehr gerne an diese Zeit. Der Aufenthalt in Istanbul und die Reisen durchs Land waren für mich als Trainer und Mensch eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Denn in der Türkei ist die Fußball-Begeis­terung riesig. Überall, wo man hinkommt, werden alle Fach­sim­peleien sofort mit größter Leidenschaft geführt. Natürlich konnte ich das in Istanbul besonders intensiv erleben. Denn durch die Rivalität der drei Klubs Fenerbahçe, Galatasaray und Besiktas ist die Stadt praktisch jeden Tag im Fußballfieber.

Doch auch in allen anderen Teilen des Landes ist Fußball ein wichtiges Gesprächs­thema. Für mich als Fenerbahçe-Trainer war es dabei immer wieder aufs Neue eine Überraschung, wie groß der Rückhalt und die Sympathie für unseren Verein bei Auswärts­spielen waren. Da war es keine Seltenheit, dass in einem Stadion mit einem Fassungs­ver­mögen von 30.000 Zu­schau­ern zwischen 20.000 und 25.000 Anhänger unser Team frenetisch anfeuerten. Selbstverständ­lich waren wir davon sehr angetan.

Generell gilt in der Türkei, dass der positive Fanatismus der Menschen wirklich etwas Außergewöhnliches ist. Denn die Fans begleiten ihren Klub, dem sie im wahrsten Sinne des Wortes ihr Herz geschenkt haben, ein Leben lang in guten und in schlechten Zeiten. Wenn etwa in Istanbul das äußerst stimmungsvolle Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahçe ansteht, herrscht deshalb einige Tage vor und nach dem Spiel förmlich Aus­nahme­zustand in der Stadt. Die Brisanz des Auf­ein­ander­treffens zweier Topteams und die Erwartungs­haltung an deren Stars führen da zu Endlos-Diskussionen in der Familie und in Restaurants, mit dem Taxifahrer und auf dem Markt, denen sich kaum jemand verschließen kann.

Ich könnte aus meiner Zeit am Bosporus viele Anekdoten rund um den Fußball erzählen. Stattdessen möchte ich hier aber den Blick darauf lenken, wie überwältigend ich die Gastfreundschaft in der Türkei empfunden habe. Täglich habe ich die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Men­schen als etwas Wesent­liches im Alltag erlebt. Und ich bin mir sicher, es lag nicht nur an meiner Popularität als Trainer und dem hohen Stellenwert des Fußballs im Land.

Natürlich habe ich während meines Aufenthalts die Gelegen­heit genutzt, die türkische Kultur und die Mentalität der Bevölkerung kennenzulernen. Dies war für mich umso interessanter, da ich im asiatischen Teil der Stadt gelebt habe, weil eben Fenerbahçe dort seine Wurzeln und bis heute seine sportliche Heimat hat. Das Gemeinschaftsgefühl in den Familien war bei meinen Begegnungen mit den Fans beispielsweise eine Beobachtung, die ich ständig machen durfte. Ich konnte mich jedenfalls bestens mit der südländischen Lebensweise anfreunden und habe die Zeit am Bosporus genossen, weil ich dort überaus freundlich aufgenommen wurde.

Sportlich ist die heutige Begegnung für mich als Bundes­trainer das zweite Länderspiel gegen die Türkei. Erstmals führte uns der gemeinsame Weg bei der EURO 2008 ins Halbfinale in Basel, und nach einem 3:2-Sieg, bei dem Bastian Schweinsteiger, Miro Klose und Philipp Lahm unsere Tore erzielten, konnten wir den Einzug ins Endspiel in Wien bejubeln. Nun folgt in Berlin wieder ein interessantes Prestigeduell, denn die Türkei ist unser größter Kon­kurrent in der EM-Qualifikation 2012. Da ich mich gerade bei solchen Begegnungen äußerst wohlfühle, freue ich mich auf das Wieder­sehen mit den türkischen Freunden sowie auf ein spannendes und attraktives Auf­einander­treffen.

Die Türkei ist dafür bekannt, dass sie fußballerisch starke Einzelspieler hat. Das Markenzeichen ihres neuen Trainer Guus Hiddink ist es, gezielt taktische Impulse zu setzen und das Mannschaftsgefüge clever zu organisieren. So gesehen wird sich das Team, das nicht nur bei der EM 2008, sondern außerdem bei der WM 2002 im Halbfinale stand, heute mit Sicherheit von seiner besten Seite zeigen. Zumal viele Türken in Berlin ihr Zuhause haben und daher die Stimmung im Olympiastadion davon geprägt sein wird, dass die Gäste von ihren Landsleuten enthusiastisch unterstützt werden.

Für eine reizvolle Atmosphäre ist also vom Anpfiff an gesorgt. Bei allem sportlichen Ehrgeiz beider Teams habe ich jedoch den großen Wunsch, dass Fairplay auf dem Rasen und den Rängen dominiert und wir alle an diesem Abend ein friedliches Fußball-Fest feiern werden."

7 October 2010
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Friday, 1 February 2013

Introduction

On this blog, you will find a selection of Joachim Löw interviews originally uploaded to the dfb.de website, and possibly other sites.

Whilst full acknowledgement is made to the original source, these interviews can 'disappear' or be moved over time, and therefore my reason for uploading them here is to keep a permanent record not just for now, but for the future.

Please note dates uploaded do NOT correspond to the actual date of the interview, as I am back-uploading some of these over time.

All interviews can be linked to via my website:

A Whole Lotta Löw