Sunday, 15 March 2015

Joachim Löw: "Daraus lerne auch ich", 22.10.2012

Joachim Löw hat sich mit ein paar Tagen Abstand und nach auskurierter Grippe zum 4:4 in der WM-Qualifikation gegen Schweden geäußert. Im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) nimmt der Bundestrainer zur Debatte um die Führungsspieler, zu eigenen Fehlern und zu seiner Motivation Stellung.

Frage: Joachim Löw, können Sie die Sorgen und Zweifel nach dem 4:4 gegen Schweden mit einigem Abstand nachempfinden?

Joachim Löw: Diese Debatten kann ich natürlich nachempfinden. Auch bei uns saß der Stachel tief. Wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass wir nach so einem grandiosen Spiel einen 4:0-Vorsprung noch aus der Hand geben. Wir waren alle fassungslos.

Frage: Haben Sie die Enttäuschung schon einigermaßen verarbeitet?

Löw: Der Stachel sitzt jetzt nicht mehr so tief, weil wir natürlich darüber gesprochen haben und Lösungen finden müssen. Die Erkenntnis ist: Dieses unglaubliche Offensivpotenzial führt fast zwangsläufig auch zu Schwächen. Und diese Schwächen sind nicht erst jetzt, sondern schon im gesamten Jahr in Erscheinung getreten.

Frage: Sie haben nach dem EM-Aus von kleineren Korrekturen gesprochen, die nötig seien. Sehen Sie inzwischen Bedarf für größere Veränderungen?

Löw: Die aktuelle Situation hilft uns, die Weichen jetzt nochmals richtig zu stellen. Insofern hat es vielleicht auch etwas Positives. Das ist mir lieber, als wenn wir im Herbst 2013 feststellen müssen, dass wir in so eine negative Situation rutschen.

Frage: Was kann die Mannschaft aus so einem Spiel wie in Berlin mitnehmen?

Löw: Grundsätzlich wird die Mannschaft an so einer Situation auch wachsen. Lektionen, die auf dem Platz so eindringlich sind, daraus kann man auch wachsen. Das wird uns jetzt nicht mehr so passieren, da bin ich mir sicher. Bei der EM war es festzustellen, dass wir bis auf das Italien-Spiel eine gute Balance hatten. Gegen Österreich haben wir schon defensive Schwächen gehabt und mit Glück gewonnen. In diesem Maße wie in den letzten 30 Minuten gegen Schweden sind sie noch nicht zutage getreten.

Frage: Sehen Sie einen Rückschritt in der Entwicklung?

Löw: In einer Entwicklungsphase gibt es immer mal Rückschläge. Absolut. Wir haben ein unglaubliches Kreativ- und Offensivpotenzial wie vielleicht seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf der einen Seite sollten wir darüber glücklich sein und es als große Chance begreifen, dass wir unsere gesamte Philosophie nach diesen Spielern ausrichten können. Aber diese Gegentore und Defensivschwächen kann auch ich nicht akzeptieren - und will ich auch nicht akzeptieren.

Frage: Was werden Sie ändern?

Löw: In den vergangenen beiden Jahre haben wir große Schritte gemacht im fußballerischen Bereich. Es hat zwar nicht zur Perfektion und zu einem Titel gereicht, aber man hat gesehen, dass wir fußballerisch mit den Besten mithalten können. Das halte ich schon für sehr positiv. Wichtig wird sein, dass wir an unserem Defensivverhalten weiter arbeiten.

Frage: Hat sich Ihr Vertrauen in die Spieler verändert?

Löw: Ich stehe zu dieser Generation mit all den Stärken und Schwächen, die wir im Moment haben. Das Potenzial ist hervorragend. Wie wir 60 Minuten gegen Schweden gespielt haben, das hat mich schon sehr zufrieden gestellt. Aber wir müssen natürlich auch an den Schwächen arbeiten, keine Frage. Es gab verletzungsbedingte Ausfälle von Spielern, die uns in so einem Spiel sicher gut getan hätten. Sami Khedira war verletzt, Mats Hummels, die beiden Benders. Es kommen junge Spieler nach, die gut sind, die sich gut entwickeln. Aber personell gesehen, haben wir alle Möglichkeiten und können uns das auch für die Zukunft ein Stück weit offen lassen.

Frage: Wie stellen Sie sich Veränderungen vor?

Löw: Da erwarte ich - da muss ich mir auch an die eigene Nase fassen -, dass wir an Lösungen arbeiten, dass wir nicht mehr in solche Situationen kommen. Vielleicht müssen wir einen Automatismus entwickeln: Was ist zu tun, wenn wir ein Spiel dominieren und dann einen Anschlusstreffer kassieren? Da haben wir in den letzten Spielen in der Tat gewisse Schwächen gezeigt. Wir haben den Gegner das eine oder andere Mal völlig unnötig wieder ins Spiel gebracht, obwohl wir so dominant waren.

Frage: Wie können solche Automatismen aussehen?

Löw: Wenn das Spiel zu kippen droht, dann müssen wir von außen, aber auch von innen Schlüsselpunkte hart einfordern: hinter den Ball, Grundordnung nicht verlassen, einzelne Aktionen wieder gewinnen, die Zweikämpfe wieder gewinnen - und das zum richtigen Zeitpunkt. Das müssen wir lernen.

Frage: Was hat im Rückblick gegen Schweden nicht funktioniert?

Löw: Unser Spiel ist aus den Fugen geraten, weil wir nur noch lange Bälle gespielt haben. Wir haben zum Torhüter zurückgespielt, wir hatten keine Ballsicherheit mehr. So hat es begonnen. Unsere Spieler haben sich im Gefühl des sicheren Sieges so eine zugespitzte Situation nicht mehr vorstellen können. Wir haben auch nicht geglaubt, dass sich Schweden noch in diesem Maße wehrt. Und dann haben wir zu untauglichen Mitteln gegriffen, um das Ruder noch herumzureißen. Wenn man aus so einer Euphorie kommt und eine sportliche Katastrophe verhindern will, dann muss man auch mal die einfachen Dinge wieder tun, die uns stark machen.

Frage: Auch an Sie gab es den Vorwurf, nicht reagiert zu haben. Können Sie das nachvollziehen?

Löw: Natürlich, absolut. Ich konnte auch nicht glauben, dass das Spiel kippt. Ich hätte in der Schlussphase mit einer Auswechslung ein Signal an die Mannschaft senden und noch etwas stoppen können. So etwas habe ich in 20 Jahren auch noch nicht erlebt. Daraus lerne auch ich. Mein Plan war zuerst, ballsichere Spieler zu bringen, um wieder die richtige spielerische Qualität zu haben und für Entlastung zu sorgen. Ich wollte die Schweden vom eigenen Tor weghalten. Aber das ist nicht aufgegangen. Also wäre es besser gewesen, den einen oder anderen Spieler für die Defensive einzuwechseln, der die Räume zumachen kann. Das ist natürlich auch der Vorwurf an mich.

Frage: Wie sehen Sie die Diskussionen um Ihre Führungsspieler?

Löw: Wir haben genügend Spieler, die eine Dominanz ausstrahlen. Das hat man in der Vergangenheit gesehen, das hat man auch jetzt wieder gesehen, in Irland und 60 Minuten gegen Schweden. Wir haben Spieler, die im Zweifelsfall auch gut dagegenhalten können. In der Situation haben sie das weniger umgesetzt. Das war mir schon bewusst. Daran gilt es, mit diesen Spielern auch zu arbeiten - dass wir genau dann, wenn die spielerische Ausrichtung nicht mehr so stimmt, auch ein positives, aggressives, dominantes Auftreten unter Druck zeigen. Man darf sich dann nicht so zurückziehen. Wir hätten diesem Druck standhalten können. Wir alle. Das war in diesen 30 Minuten nicht der Fall.

Frage: Nervt Sie diese Diskussion?

Löw: Diese Debatte über Führungsspieler und flache Hierarchien gibt es ja jetzt schon länger. Wenn man definiert, was einen Führungsspieler auszeichnet, dann wird man sehen, dass wir gute Führungsspieler haben. Da gehört ein großes Können und eine Akzeptanz bei den Mitspielern dazu. Das haben unsere Führungsspieler. Wenn man meint, dass uns derjenige fehlt, der dazwischenhaut, auf Freund und Feind einschlägt, um etwas zu bewegen - den haben wir nicht. Darüber bin ich aber auch nicht böse, weil solche Spielertypen auch mal viel kaputt machen können. Da ist dann der Schaden größer. Aber klar, wir müssen daran arbeiten, dass wir uns in bestimmten Situationen genau so verhalten wie in den ersten 60 Minuten. Aber ich vertraue diesen Spielern auch, weil sie dieses Können haben und auch die Akzeptanz bei den Mitspielern.

Frage: Werden Sie Ihren Führungsstil ändern?

Löw: Wir haben unsere Forderungen und Erwartungen immer deutlich genannt. Die Spieler wissen, was wir Trainer erwarten. Ich denke, den Weg kann man klar erkennen, sonst kann man auch nicht gegen Irland 90 und gegen Schweden 60 Minuten diesen Fußball spielen. Unser Umgang mit den Spielern ist von Respekt geprägt. Ich halte nichts von einem Ton wie auf dem Kasernenhof. Das entspricht auch nicht meiner Persönlichkeit. Ich will die Spieler mit einbeziehen. Wir setzen auf Kommunikation, natürlich geben aber wir die Richtung vor. Das haben wir die letzten Jahre auch kompromisslos gemacht, wenn es um die sportlichen Dinge ging. Daher bin ich von unserem Weg weiterhin überzeugt, den wir weiter gehen werden, ohne blind für Verbesserungen zu sein. Festzuhalten bleibt: Diese Mannschaft hat sich trotz allem hervorragend entwickelt.

Frage: Wie ist es um Ihre Kraft und Motivation bestellt?

Löw: Was die Kraft betrifft, ist es so, dass sich ein Trainer nach einem Turnier mit der Enttäuschung aus einer Niederlage und einer emotionalen Vollbelastung von zwei Monaten natürlich immer fragt: Was gibt es an neuen Impulsen, an neuen Ideen? Das ist eine unglaublich spannende Aufgabe mit diesen hervorragenden Spielern mit charakterlicher Klasse. Deswegen freue ich mich wahnsinnig, dass ich mit solchen Spielern arbeiten kann.

Frage: Nationalteammanager Oliver Bierhoff hat gemeint, dass sich auch die Teamführung hinterfragen müsse.

Löw: Das machen wir ja ständig. Unseren Entscheidungen gehen immer intensive Diskussionen voraus. Das hat nichts mit einem schlechten Spiel zu tun. Wir hinterfragen uns ständig, nach jedem Spiel. Wir machen Workshops, in denen wir ganz kontrovers diskutieren und uns hinterfragen. Mit manchen Dingen, die so dargestellt werden, bin ich nicht immer einverstanden. Dann heißt es: Ist der Bundestrainer beratungsresistent oder kann er keine Fehler zugeben? Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meinen Fehlern stehe oder zu einer nicht aufgegangenen Strategie.

Frage: Wie gehen Sie mit den vielen Ratschlägen von außen um?

Löw: Selbst wenn die Vorschläge in eine völlig andere Richtung gehen, dann setzen wir uns auch damit intern auseinander und besprechen diese Ratschläge in unserem Trainerteam. Wir gehen nicht über alles hinweg. Ich finde es gut, wenn man es mir persönlich sagt und nicht über die Medien, aber selbst dann setzen wir uns mit manchen Dingen auseinander, greifen sie auf und prüfen sie selbstkritisch. Natürlich sind wir nicht frei Selbstkritik. Ist dieser Weg richtig? Was und wo können wir noch verbessern? Wir alle sind nicht fehlerfrei. Das wissen die Spieler, das wissen die Trainer. Ich persönlich bin immer gesprächsbereit.

Frage: Am 14. November steigt in Amsterdam das Länderspiel gegen die Niederlande. Wie sehen Sie den Stellenwert?

Löw: Erst mal ist es wichtig, dass die Mannschaft - auch mit den Spielern, die verletzt waren - zum Abschluss des Jahres zusammenkommt und man über das abgelaufene Jahr und das kommende spricht. Man muss natürlich auch noch einmal das 4:4 analysieren. Es muss auch das Bestreben sein, in diesem Prestigeduell ein gutes Spiel zu absolvieren, so wie es gegen Irland und 60 Minuten gegen Schweden war.

22 October 2012
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Wednesday, 31 December 2014

Bundestrainer Joachim Löw: "Eine gute Basis für die Zukunft", 08.10.2006

8 October 2006

Nach dem 2:0 (1:0) der deutschen Nationalmannschaft im Testspiel in Rostock gegen Georgien stand Bundestrainer Joachim Löw Rede und Antwort.

Frage: Joachim Löw, wie beurteilen Sie das 2:0 gegen Georgien?

Joachim Löw: Es war ein unterhaltsames Spiel. Die vielen jungen Spieler haben beherzt und engagiert gespielt. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Aber wir haben vor allem in der ersten Hälfte doch einige Fehler gemacht. Wir müssen einige Dinge besprechen.

Frage: Was genau hat Ihnen nicht gefallen?

Löw: Wir wollten früh stören. Das hat nicht immer geklappt. Die Abstimmung hat gefehlt. Wir hatten Glück, dass die Null weiterhin Bestand hat.

Frage: Hat das Spiel als Test seinen Zweck erfüllt?

Löw: Das Spiel stand unter dem Aspekt Chance und Verantwortung. Es war eine Chance für die, die das erste Mal dabei waren und die, die bei der WM nicht so zum Zug gekommen waren. Die etablierten Spieler hatten wiederum eine besondere Verantwortung. Ballack, Schweinsteiger, aber auch Arne Friedrich haben mitgeholfen, die junge Mannschaft zu führen. Das hat gut geklappt.

Frage: Wie waren Sie mit Ihren Debütanten zufrieden?

Löw: Sie haben ein gutes Spiel gemacht. Piotr Trochowski war sehr gut, er hat vor allem am Anfang Akzente gesetzt. Clemens Fritz hat sich gesteigert, ist immer besser in die Zweikämpfe gekommen. Jan Schlaudraff hat angedeutet, was er kann. Alexander Madlung war etwas zu kurz im Spiel.

Frage: Wie bewerten Sie die Rote Karte gegen Lukas Podolski?

Löw: Das ist im Affekt passiert. Aber so etwas kann man nicht gutheißen. So etwas darf nicht passieren. Darüber werden wir intern sprechen. Zum Glück ist er in der EM-Qualifikation nicht gesperrt.

Frage: Ihre Bilanz als Bundestrainer ist nach wie vor makellos. Interessiert Sie die Statistik?

Löw: Das stimmt mich glücklich und zeigt, dass die Mannschaft in der Lage ist, nicht nur bei einem Turnier guten Fußball zu spielen, sondern auch unmittelbar danach Offensiv- und Spaßfußball zu zeigen. Das spricht auch für eine tolle Mannschaftsleistung und ist eine gute Basis für die Zukunft.

Frage: Was muss sich in der Slowakei ändern?

Löw: Da werden einige Spieler wie Klose, Schneider, Frings oder Lahm zurückkommen. Sie haben neue Energie getankt. Es ist jetzt wichtig, dass wir komplett trainieren. Es waren gegen Georgien schon viele Dinge gut. Wir haben versucht, nach vorne zu spielen. Aber defensiv müssen wir an der Abstimmung arbeiten.

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Wednesday, 1 October 2014

"Wir haben die richtige Balance refunden.", 13.10.2012

An interview from 13 October 2012

Die Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist nach dem überzeugenden 6:1-Auswärtssieg in Dublin gegen Irland in der Qualifikationsgruppe C für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien weiterhin ohne Punktverlust. Bundestrainer Joachim Löw vermittelte nach dem Spiel seinen Eindruck vom Auftritt des Teams und bezog Stellung zu der Unruhe vor dem Spiel, zu Aushilfskapitän Bastian Schweinsteiger und dem kritisch beäugten Marcel Schmelzer.

Frage: Joachim Löw, wie bewerten Sie den beeindruckenden 6:1-Erfolg in Irland?

Joachim Löw: Die Mannschaft ist von Beginn an konzentriert zu Werke gegangen. Wir hatten eine gute Präsenz, eine gute Organisation, wir waren gut eingestellt auf die vielen langen Bälle, die die Iren spielen. Wir haben die richtige Balance gefunden zwischen einem temporeichen Spiel und einer enormen Ballsicherheit. Wir haben den Ball schnell laufen lassen, aber auch geduldig warten können bis sich eine Chance auftut. Das Ergebnis war auch in dieser Höhe in Ordnung.

Frage: Wie wichtig war der Sieg nach der jüngsten Kritik?

Löw: Es war ein wichtiger Sieg, weil wir in Irland schon sehr lange nicht mehr gewonnen haben. Die Mannschaft hat diese Präsenz, diese Ausstrahlung und diese Körpersprache auf den Platz gebracht und gezeigt, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen.

Frage: War das die richtige Antwort auf die Unruhe im Vorfeld des Spiels?

Löw: Wir waren in Österreich nicht in der Verfassung, da muss man mit einigen Themen leben und sie akzeptieren. Intern hat man nicht gespürt, dass diese Themen im Mittelpunkt stehen und Gesprächsstoff waren.

Frage: Wie sind Sie mit diesen Themen intern umgegangen?

Löw: Ich habe von der Mannschaft eingefordert, dass wir uns gut vorbereiten wollen, ein gute Leistung zeigen wollen und uns nicht ablenken lassen wollen von irgendwelchen Dingen, die von außen an uns rangetragen wurden. Man hat gespürt, dass wir wieder einen besseren Rhythmus haben, einzelne Spieler mehr Dynamik, mehr Tempo. Die Woche war sehr konzentriert.

Frage: Wie hat Ihnen die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger gefallen?

Löw: Er war im Mittelfeld sehr wichtig, es war ein gutes Gefühl, er hat dem Spiel Struktur gegeben. Aber die ganze Achse war sehr stabil und hat defensiv gut zusammengehalten.

Frage: Sie hatten vor dem Spiel sehr kritisch über Marcel Schmelzer gesprochen. Hat er Ihre Erwartungen erfüllt?

Löw: Marcel hat gut gespielt, er hat absolut seine Aufgabe erfüllt. Ich bin da etwas falsch verstanden worden. Ich habe gesagt, dass wir ihm weiterhin vertrauen - und das zurecht. Er hat gute Fähigkeiten. Manchmal dauert es eben etwas länger, den Sprung international ganz nach oben zu schaffen und stabil zu sein. Ich habe auch noch mal mit ihm gesprochen. Das Spiel von ihm war gut wie von der gesamten Defensive.

Frage: Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Spiel gegen Schweden am Dienstag?

Löw: Die Schweden sind in der Lage, einen guten Kominationsfußball zu zeigen. Sie operieren nicht nur mit langen Bällen. Das gibt ein anderes Spiel. Aber wenn wir diese Präsenz, diese Organisation in der Defensive, diese Konsequenz, unser gewohntes Passspiel zeigen, werden wir wieder gute Chancen haben. Wenn wir das Spiel gewinnen können, wäre das ein guter Abschluss des Pflichtspieljahres.

13 October 2012
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Sunday, 20 April 2014

Joachim Löw: "Rekorde kommen und gehen, Titel bleiben", 31.10.2011

Gegen Belgien begann die EM-Qualifikation, gegen Belgien endete sie - jeweils standesgemäß mit einem Sieg. Und dazwischen? Acht weitere Erfolge, macht 30 Punkte aus zehn Spielen, Rekord. Das deutsche Team hat Historisches geleistet und seine Rolle als einer der Mitfavoriten für die EM 2012 in Polen und der Ukraine gefestigt.

Verantwortlich für diese Erfolge ist Joachim Löw. Im DFB.de-Gespräch der Woche mit Redakteur Steffen Lüdeke redet der Bundestrainer über die Entwicklung seiner Mannschaft, die nächsten Schritte im EM-Fahrplan und seine Definition von Erfolg.

DFB.de: Herr Löw, Gratulation zum Rekord. Zehn Siege, zehn Spiele, was bedeutet Ihnen diese Bestmarke?

Joachim Löw: Nichts. Natürlich ist es mir lieber, man verbindet meinen Namen mit Siegen als mit Niederlagen. Aber ob runde Geburtstage oder irgendwelche Jubiläen – ich habe zu solchen statistischen Daten keinen Bezug. Rein sportlich hat diese Rekordmarke natürlich trotzdem einen gewissen Stellenwert. Einmal haben wir uns damit bei unseren Gegnern im Blick auf die EURO 2012 sicher noch mehr Respekt verschafft. Und außerdem ist die Serie gut für das Selbstbewusstsein unserer Spieler.

DFB.de: Zehn Spiele in der EM-Qualifikation: In welchem dieser Spiele hat Ihnen Ihre Mannschaft am besten gefallen?

Löw: Das kann ich so nicht sagen. Wir haben insgesamt eine starke, ja souveräne EM-Qualifikation gespielt. Das Wichtigste war vielleicht, dass wir nach Südafrika so schnell den Schritt vom Turnierrhythmus, mit einem längeren gemeinsamen Aufenthalt, zum Qualifikationsrhythmus, mit sporadischen Treffen für einzelne Spiele, geschafft haben. Wichtig als Weichenstellung für den positiven Verlauf der EM-Qualifikation waren der gelungene Start in Brüssel und der überzeugende Erfolg gegen die Türkei in Berlin.

DFB.de: Wen haben Sie vor Beginn der Qualifikation als größte Konkurrenten gesehen?

Löw: Die Türkei, Belgien und Österreich. Von den Siegen gegen diese Teams hatte jeder etwas Besonderes. Auch beim Abschluss der Qualifikation hat mich meine Mannschaft beeindruckt. Ohne gewinnen zu müssen in Istanbul und zuletzt in Düsseldorf, die beiden Begegnungen hochkonzentriert anzugehen und insgesamt ungefährdet erfolgreich zu bestreiten, zeugt von Qualität. Ein starker Auftritt war außerdem der Sieg gegen Österreich in Gelsenkirchen, mit dem wir frühzeitig das EM-Ticket lösen konnten. In guter Erinnerung habe ich auch den Sieg in Wien und den anschließenden Erfolg in Baku gegen Aserbaidschan, als das Team nach einer langen Saison noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert hat.

DFB.de: Gibt es einen oder mehrere Spieler in Ihrer Mannschaft, der Sie im Laufe der Qualifikation am meisten überrascht haben?

Löw: Entscheidend ist, dass wir uns nach der positiven WM 2010 als Team weiterentwickelt haben. Spielerisch, kämpferisch, taktisch. Ein wesentlicher Aspekt in den vergangenen Monaten war, dass wir erneut junge Spieler eingebaut und damit den positiven Konkurrenzkampf nochmals erhöht haben. Wer Großes erreichen will, muss alle Positionen doppelt mit starken Leuten besetzen können. Und wir können das.

DFB.de: Sie haben kürzlich erklärt, dass es praktisch keine Stammspieler mehr gebe. Von diesem Begriff im herkömmlichen Sinne solle man sich verabschieden, mit elf Stammspielern könne man heutzutage angesichts der Belastung der Spieler keine Saison oder kein großes Turnier mehr bestreiten. Gerade die beiden letzten Länderspiele haben das wieder gezeigt, oder?

Löw: Erst war Mesut Özil verletzt und Toni Kroos krank, dann waren Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Jérôme Boateng angeschlagen. Oder im Sturm: Gegen Österreich in Gelsenkirchen fehlte Mario Gomez, dann zweimal Miro Klose. Wo früher geklagt wurde, dass wir keine Alternativen haben, können wir heute schnell reagieren und variieren.

DFB.de: Ihre Beispiele zielen auf Mittelfeld und Angriff. Gilt dies genauso für die Abwehr?

Löw: Ja. In allen Mannschaftsteilen ist es wichtig für mich, Variationsmöglichkeiten zu haben. Ungeachtet dessen, gibt es bei uns selbstverständlich Führungsspieler, die bei ihren Kollegen durch die Art und Weise ihres Auftretens hohen Respekt genießen. Allen voran Kapitän Philipp Lahm und sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger, aber auch Miro Klose und Per Mertesacker. Erfreulich ist, dass auch hier weitere Ansprechpartner für die Jüngeren nachrücken. Manuel Neuer als unsere Nummer eins, Mesut Özil und Sami Khedira oder Mario Gomez sind ebenso wie Lukas Podolski mittlerweile ebenfalls wichtige Ansprechpartner für Talente und Kräfte wie Mario Götze oder André Schürrle.

DFB.de: Sie haben gesagt, dass Sie überrascht waren, dass die Abstände in der deutschen EM-Qualifikationsgruppe so groß waren. Waren Sie auch überrascht, wie gut Ihr Team ist? Oder darüber, welche Schwierigkeiten die anderen Mannschaften hatten, ihr Potenzial zu zeigen?

Löw: Wir haben davon profitiert, dass sich unsere Gegner gegenseitig die Punkte abgenommen haben. Zudem haben wir in jedem Spiel so viel geleistet, dass wir verdient als Sieger vom Platz gegangen sind. Die Mischung und Einstellung in unserem Team stimmen einfach. Ich freue mich, wenn ich von den Spielern höre, dass sie sehr gerne bei uns sind und dass ihnen die Tage bei der Nationalmannschaft immer viel Spaß machen.

DFB.de: Welche Nation hat Sie innerhalb der EM-Qualifikation am meisten überrascht?

Löw: Große Überraschungen sind ausgeblieben. Von den etablierten Fußballnationen haben sich alle durchgesetzt. Überraschend ist für mich lediglich, dass Portugal in die Play-off-Spiele muss. Ansonsten hat die EM-Qualifikation bestätigt, dass Spanien, die Niederlande und wir am konstantesten auf hohem Niveau spielen.

DFB.de: Können Sie sich überhaupt noch erinnern, wann Sie das letzte Mal so richtig enttäuscht von Ihrer Mannschaft waren?

Löw: Es gibt in den Spielen immer wieder Situationen oder Phasen, mit denen ich nicht zufrieden bin. Dann kann ich am Spielfeldrand durchaus auch emotional werden. Das war auch in Istanbul und Düsseldorf oder zuvor in Gelsenkirchen so. Aber im Fußball passieren Fehler, das gehört dazu. Wir analysieren diese Situationen und sprechen sie klar an, damit die Mannschaft aus ihren Fehlern lernt. Aber noch mal: Die EM-Qualifikation ist super gelaufen, und alle im Kader haben bewiesen, dass sie gewillt sind, sich weiterzuentwickeln und ständig an sich zu arbeiten. Für mich als Trainer ist diese Konstellation ideal.

DFB.de: Das deutsche Team ist für Millionen Fans und viele Experten der erklärte Titelfavorit. Wie gehen Sie mit diesem Druck um, und was würde Ihnen der Titel bei der EURO persönlich bedeuten?

Löw: Unendlich viel. Rekorde kommen und gehen, Titel bleiben. Ist doch klar, dass wir damit in die Geschichtsbücher eingehen würden. Doch soweit sind wir noch lange nicht. Schon nach den Siegen gegen Brasilien und Österreich habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass Selbstzufriedenheit oder Überheblichkeit nicht angebracht sind. Sicher sind Spanien, die Niederlande und wir die Favoriten. Doch ich habe es nach dem Belgien-Spiel ja deutlich gesagt: Ich möchte jetzt nicht nur auf den Welt-und Europameister oder den Vizeweltmeister schauen, auch andere etablierte Fußballnationen wie England, Frankreich und Italien gehören zum Kandidatenkreis. Ein Turnier ist nie ein Selbstläufer. Es gibt viele Unwägbarkeiten: Eine Standardsituation oder eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung – und du bist ausgeschieden. Trotzdem bleibt unser großer Traum, am 1. Juli 2012 nach dem Finale in Kiew den EM-Pokal in Händen zu halten.

DFB.de: Welchen Stellenwert hätte dies für Sie im Vergleich zu einem WM-Titel?

Löw: Eine Europameisterschaft ist in vielen Bereichen schwieriger als eine Weltmeisterschaft. Von den Top 12 der UEFA-Rangliste haben sich zehn für die Endrunde qualifiziert, und die beiden restlichen können über die Play-offs noch das Ticket lösen. Außerdem gibt es bei einer EM mit 16 Teams, die sich alle von ihrer Leistungsstärke her nicht so riesig unterscheiden, keine Gelegenheit zum Einspielen – es geht vom ersten Spiel an um alles. Außerdem ist die WM jetzt nicht das Thema, wir konzentrieren uns voll auf auf die EURO 2012 und darauf, dass Deutschland nach 16 Jahren wieder einen Titel gewinnt.

DFB.de: Mit Oliver Bierhoff und Andreas Köpke gehören zwei Europameister von 1996 zu Ihrem Trainerteam. Was erzählen die beiden von der EM in England?

Löw: Nicht viel. Es bringt doch nichts, zurückzuschauen und in Nostalgie zu schwelgen. Hansi Flick, Andreas Köpke, Oliver Bierhoff und ich sind ein Team, das in der Gegenwart lebt und für die Zukunft arbeitet. So haben wir in den vergangenen Jahren einiges bewegt und erreicht. Aber es muss ständig weitergehen, unsere Ziele waren und sind klar definiert: Wir wollten eine Veränderung der Fußballkultur im deutschen Team. Das haben wir geschafft. Und mit attraktivem Fußball wollen wir nun den EM-Titel gewinnen.

DFB.de: Wie sehen die nächsten Schritte auf dem Weg dorthin aus?

Löw: Jetzt warten wir die EM-Auslosung am 2. Dezember in Kiew ab, damit wir alles Weitere, unter anderem auch die Verpflichtung der letzten beiden Länderspielgegner, im Detail planen können. Wichtig ist, dass Oliver Bierhoff und das Büro Nationalmannschaft bei der Buchung unserer EM-Vorbereitungsquartiere auf Sardinien und in Südfrankreich ganze Arbeit geleistet haben. So können wir uns optimal vorbereiten.

DFB.de: Wie viel Prozent am Erfolg eines Turniers macht eine gelungene Vorbereitung aus?

Löw: Es ist schwer, dies zu beziffern. Aber klar ist, dass nur eine gelungene Vorbereitung zum Titel führt. Eine unserer Stärken war immer, dass es uns gelungen ist, uns in den Wochen der EM-Vorbereitung noch einmal entscheidend zu steigern und die taktischen Feinheiten für das Turnier einzustudieren. Da müssen alle Spieler topfit sein. Wichtig ist ihr Leistungsstand im Mai 2012 und nicht, was sie im Herbst 2011 gebracht haben.

DFB.de: Wie schwer wird diesmal die Nominierung des EM-Kaders?

Löw: Das wird diesmal ganz einfach. Früher habe ich mir oft viele Gedanken gemacht, weil ich bei einigen Positionen nicht vollends überzeugt war. Für die EM 2012 haben wir dieses Problem nicht. Wir haben einen großen Kreis von etwa 30 Spielern, die unsere Ansprüche und Vorstellungen erfüllen. Deshalb wird es einige Härtefälle geben. Und mir fällt es dann auch schwer, diesen Spielern die schlechten Nachrichten zu überbringen.

DFB.de: Aber um die Qualität in Ihrem Kader machen Sie sich keine Sorgen?

Löw: Nein, das Reservoir an guten Fußballern ist groß. Und vielleicht kommen bis zur EM sogar noch neue Spieler hinzu. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten die Bundesliga und die Champions League weiterhin intensiv beobachten. Insbesondere für die jungen Spieler von Meister Dortmund sind die Auftritte in der Königsklasse eine gute Chance, weiter internationale Erfahrung zu sammeln und sich zu profilieren.

DFB.de: Für die Nationalmannschaft geht es im November weiter mit den Länderspielen gegen die Ukraine und die Niederlande. Aus welchen Gründen wurden gerade diese Gegner ausgesucht? Und was erwarten Sie in diesen Partien von Ihrer Mannschaft?

Löw: Wir wollen ein erfolgreiches Jahr positiv abschließen. Ebenso wie das Aufeinandertreffen mit Frankreich im Februar 2012 in Bremen sind diese Begegnungen Test-, aber keine Freundschaftsspiele. Dennoch werde ich sicher einigen jungen Spielern eine Chance geben. Es ist wichtig, dass wir nach unserem Spiel in Danzig gegen Polen auch einmal in Kiew zu Gast sind, um damit Erfahrungen im Lande beider Gastgeber gesammelt zu haben. Über die Aufeinandertreffen mit den Niederländern und den Franzosen muss man gar nicht viel sagen. Das sind zwei spielstarke Gegner und von jeher prestigeträchtige Nachbarschaftsduelle. Ich bin sicher, dass die Zuschauer ihren Stadionbesuch nicht bereuen und in Hamburg und Bremen zwei interessante Spiele erleben werden.

31 October 2014
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Tuesday, 11 March 2014

Joachim Löw: "Wir werden eine gute WM spielen", 04.03.2010

"Wir haben es gegen einen starken Gegner nicht geschafft, Druck aufzubauen und Chancen herauszuspielen", meinte Joachim Löw nach dem 0:1 gegen Argentinien. Dennoch ist sich der Bundestrainer sicher: "Wir werden eine gute WM spielen."

Frage: Joachim Löw, wie bewerten Sie den letzten Auftritt Ihrer Mannschaft vor der Nominierung des WM-Kaders?

Joachim Löw: Das Spiel war von Taktik geprägt. Unsere Defensivleistung war ordentlich. Wir haben nicht viel zugelassen. Wir haben es gegen einen starken Gegner aber nicht geschafft, Druck aufzubauen und Chancen herauszuspielen. Argentinien ist nie in Verlegenheit gekommen.

Frage: Warum konnte Ihr Team keinen Druck aufbauen?

Löw: Argentinien stand gut, war ballsicher und hat unser Spiel gut gestört. Uns ist es nicht gelungen, die Bälle in den Rücken der Abwehr zu spielen. Es gab keine Anspielstationen. Wir haben zu häufig quer gespielt, sind zu lange mit dem Ball gelaufen. Wir haben zu wenig Mut und Entschlossenheit gezeigt. Erst mit Cacau wurde es etwas lebendiger. Er hatte Zug zum Tor und Mut.

Frage: Welche Erkenntnisse können Sie aus so einem Spiel ziehen?

Löw: Natürlich gibt es Erkenntnisse. Die müssen wir in der Vorbereitung aufarbeiten. Wir müssen wieder mehr Druck entwickeln, mutiger spielen und den Gegner zu Fehlern zwingen. Wir haben gegen Argentinien ein paar Fehler zu viel gemacht. Das wird auf diesem Niveau brutal bestraft.

Frage: Wie hat Ihnen die Variante mit Bastian Schweinsteiger im zentralen defensiven Mittelfeld neben Michael Ballack gefallen?"

Löw: "Ich möchte im Mittelfeld ballsichere und fußballerisch gute Spieler. Sie können zusammenspielen, es fehlt nur die Detailarbeit. Das muss gut abgestimmt sein.

Frage: Es war die letzte Partie, bevor Sie das WM-Aufgebot benennen. Inwieweit steht Ihr Gerüst?

Löw: Das Gerüst steht. Es wird weitgehend aus den Spielern bestehen, die schon bei der EM und WM dabei waren. Bei Einigen kommt es nun darauf an, was sie in der Liga zeigen. Wenn Spieler bis Anfang Mai starke Leistungen zeigen, dann ist das sicher ein Vorteil.

Frage: "Sehen Sie noch viele Baustellen vor der WM?"

Löw: Natürlich gibt es noch die ein oder andere Baustelle in jedem Mannschaftsteil. Wir müssen in den vier Wochen vor der WM konsequent arbeiten, wir müssen die Detailabstimmung verbessern. Wir müssen unser mutiges und schnelles Spiel wiederfinden. In diesem Spiel konnten wir leider nicht unsere Leistung abrufen. Aber wir werden eine gute WM spielen.

Löw: Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht. Man hat gesehen, dass sie Potenzial haben. Thomas Müller kann auf der rechten Seite dauerhaft eine Alternative werden.

Frage: Geben Sie Rene Adler eine Mitschuld am 0:1?

Löw: Rene Adler kam weit aus seinem Tor heraus. Das war richtig. Das haben die Argentinier klasse gemacht. Da kommt ein Pass, dann sind sie weg. Das hat drei Sekunden gedauert.

Frage: Sie haben Lukas Podolski und Miroslav Klose von Beginn an aufgeboten. Könnte dies mit Blick auf die WM nicht ein Problem geben?

Löw: Es ist vor der WM wichtig, dass sie sehr intensiv trainieren, wenn sie, wie im Fall von Miro, nicht regelmäßig spielen. Sie müssen jede Möglichkeit nutzen. Aber ich bin nach wie vor von ihnen überzeugt. Sie spielen eine wichtige Rolle. Wir werden alles tun, damit sie bei der WM in guter Form sind.

4 March 2010
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Monday, 24 February 2014

Joachim Löw: "Ich habe eine klare Dominanz gesehen, 12.11.2011

Nach dem turbulenten 3:3 (1:3) in der Ukraine war Bundestrainer Joachim Löw insgesamt zufrieden. Seine Mannschaft habe zwar Fehler gemacht, aber dennoch eine klare Dominanz gezeigt, sagte der Bundestrainer im Interview.

Frage: "Joachim Löw, wie bewerten Sie das turbulente 3:3 in der Ukraine?

Löw: Ich denke, wir haben ein Spiel gesehen, in dem sehr viel drin war. Viele Tore, viele Offensivaktionen. Es spricht für eine gute Moral unserer Mannschaft, dass wir das Spiel nach dem 1:3-Rückstand noch umgebogen haben. Natürlich haben wir Fehler gemacht, die zu Toren geführt haben. Dennoch habe ich eine klare Dominanz unserer Mannschaft gesehen. Ich wusste wirklich nicht, warum wir zur Halbzeit mit zwei Toren zurückgelegen haben.

Frage: Ihre Mannschaft hatte zunächst große Probleme mit der Umstellung des Systems mit einer Dreierabwehrkette...

Löw: "Insgesamt war ich sehr zufrieden, auch wenn ich einer der wenigen bin. Zwei der drei Tore sind nach Eckbällen für uns gefallen, da waren alle Abwehrspieler vorne. Das dritte Tor war ein Schuss aus 30 Metern in den Winkel. Da haben wir andere Fehler in der Zuordnung gemacht, das darf uns natürlich nicht passieren. Das hatte aber nichts mit der Dreierkette zu tun. Hummels, Badstuber und Boateng haben das in vielen Situationen sehr gut gemacht. Fehler sind passiert, aber nicht in der Dreierkette.

Frage: "Das Zauber-Duo Mesut Özil/Mario Götze kam auch nicht richtig zur Entfaltung. Wie haben Sie die Leistung der beiden gesehen?

Löw: "Man hat auf dem Platz schon gemerkt, dass wir dank Özil und Götze unheimlich ballsicher waren. Dass wir die Chancen rausgespielt haben, hat gezeigt, dass die beiden ein absoluter Gewinn für uns sind. Und da beide derzeit stark belastet sind, habe ich sie dann rausgenommen. Beide haben absolut zufriedenstellend gespielt.

Frage: "Können Sie sich vorstellen, auch gegen die Niederlande dieses System mit drei Abwehrspielern auszuprobieren?

Löw: "Wir haben ein Hauptsystem, das über viele Monate auch sehr gut funktioniert hat. Aber wir wollen uns weiterentwickeln und bei der EM unberechenbar und flexibel sein. Vor einigen Wochen wollte ich 4-4-2 spielen, aber durch die Verletzung von Miroslav Klose ist bei uns diese Idee gereift. Eine gute Mannschaft muss in der Lage sein, verschiedene Systeme zu spielen. Beim Spiel gegen Holland werden wir nicht mit Dreierkette spielen. Wir werden sehen, ob wir mit zwei Spitzen spielen können. Das hängt davon ab, ob Miroslav Klose am Sonntag wieder trainieren kann.

Frage: "Wie haben Sie das Debüt von Ron-Robert Zieler gesehen, der nach drei Gegentoren in der ersten Halbzeit nach der Pause das Remis rettete?

Löw: Ron-Robert Zieler war nach den drei Gegentoren zur Halbzeit sehr enttäuscht, weil er keinen Ball gehalten hatte. Als wir dann in der zweiten Halbzeit alles nach vorne geworfen haben, hat er zwei Tore verhindert. Das hat er klasse gemacht. Deshalb war das absolut zufriedenstellend.

Frage: Stärkster Feldspieler war Toni Kroos. Wie bewerten Sie seinen Auftritt in Kiew?

Löw: Toni Kroos war wirklich überragend, bei ihm sind alle Fäden zusammengelaufen. Er war stets anspielbar und hat die Mannschaft nach vorne mitgezogen.

12 November 2011
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Löw: "Ich finde es gut, wenn wir auf Schwierigkeiten stoßen", 07.09.2011

Das 2:2 im Länderspiel in Danzig gegen Gastgeber Polen lieferte Joachim Löw weitere wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Im Gespräch nach dem Spiel gab der Bundestrainer Einblick in seine Bilanz und die war insgesamt durchaus positiv.

Frage: Herr Löw, nach der Gala gegen Österreich tat sich Ihre Mannschaft gegen Polen äußerst schwer. Wie erklären Sie den enormen Leistungsunterschied innerhalb weniger Tage?

Joachim Löw: Es war gegen Polen für die Mannschaft nicht so einfach. Insgesamt gab es zur Startformation von Freitag sieben Veränderungen. Ich habe bewusst einige Veränderungen vorgenommen, was sich natürlich auf den Spielfluss ausgewirkt hat. Die Abwehr war auch neu formiert. Deshalb war der Spielfluss nicht so wie gegen Österreich, die Automatismen haben nicht so funktioniert.

Frage: Dennoch ist es doch Ihr Bestreben, dass alle Positionen doppelt und gleichwertig besetzt sind. Auch der zweite Anzug soll passen.

Löw: Zunächst einmal bin ich absolut dankbar für solche Spiele wie heute. Denn es war ein guter Test für uns, der uns in unseren Erkenntnissen weiterbringt. Ich bin auch dankbar, dass wir nicht alle Spiele so bestreiten wie gegen Österreich. Denn ich finde es gut, wenn wir wie gegen Polen auf Schwierigkeiten stoßen. Daraus kann unsere junge Mannschaft viel lernen. Dann werden wir auch darauf vorbereitet sein, wenn es bei einem Turnier mal welche gibt.

Frage: Was waren Ihre Erkenntnisse?

Löw: Man hat gesehen, dass Deutschland nach den zuletzt guten Ergebnissen wieder gejagt wird. Polen wurde einerseits enorm von seinen Fans unterstützt, zudem ist die Mannschaft sehr engagiert und teilweise auch sehr rustikal aufgetreten. Aber auch da müssen wir lernen, solche Widerstände zu brechen. Es ist aber klar, dass es nicht immer so glatt laufen kann wie gegen Österreich.

Frage: Was muss sich spielerisch konkret noch verbessern?

Löw: Das Spiel ohne Ball. Die, die nicht in Ballbesitz sind, müssen sich mehr am Spielaufbau beteiligen, das ist enorm wichtig. Denn dann kann man offensiv spielen und bekommt relativ wenig Konter. In manchen Spielen machen wir das noch nicht so gut, aber in vielen Spielen machen wir es gut. Wir machen noch einige kleinere Fehler, die den Unterschied ausmachen können. Daran müssen wir arbeiten.

Frage: Die Abwehr wirkte wie schon gegen Österreich nicht sattelfest. Ist die Defensive Ihre größte Baustelle auf dem Weg zur EM?

Löw: Das sehe ich nicht so. In der Qualifikation haben wir die wenigsten Gegentore überhaupt, was ja für unsere Abwehr spricht. Und die Gegentore gegen Polen laste ich nicht der Abwehr an, die Fehler sind woanders gemacht worden. Sicher haben unsere Innenverteidiger auch den einen oder anderen Fehler gemacht, aber grundsätzlich mache ich mir da keine Sorgen.

Frage: Steht Ihr grober EM-Kader schon fest, oder kann man noch mit einigen Überraschungen rechnen?

Löw: Ich sehe ich nicht viele Spieler, die wir nicht auf unserem Zettel haben. Es sind noch einige Junge da, die mir gefallen. Aber die müssen sich erst mal in der Bundesliga durchsetzen. Ansonsten haben wir alle auf dem Zettel, die schon mal dabei waren.

7 September 2011
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